Vom 18. – 19.06.2026 fand das 29. Internationale Dresdner Leichtbausymposium bei LEIV in Dresden statt. Unter dem Thema „Nachhaltig. Systemisch. Wettbewerbsfähig.“ führte die Plattform Expert:innen aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammen, um sich über Grundlagenforschung mit praxisnaher Anwendung in Schlüsselbranchen auszutauschen. Wir waren dabei – und diesmal ging es nicht nur um Aluminium aus Verpackungsabfällen (unser Lieblingsthema;) – sondern wie unser Sekundäraluminium neue Anwendung im Leichtbau und der Automobilbranche findet.
Moderner Leichtbau ohne nachhaltig und resiliente Materialkreisläufe ist heute schlichtweg nicht mehr zukunftsfähig.
Markus Reissner

Aluminium ist kein Abfall, sondern eine Urban Mine
Mit dieser Hauptthese starteten wir auf dem Symposium. Denn die Gewinnung von Primäraluminium ist mit enormen Energieaufwand und Kosten verbunden. Aus dem Erz Bauxit muss erst Aluminiumoxid extrahiert werden, aus dem dann unter Einsatz von sehr viel elektrischer Energie Aluminium abgeschieden wird. Gewinnt man dagegen Aluminium aus bereits benutzten Produkten zurück, ist dies deutlich energieeffizienter: Man benötigt nur 5% der Energie, die für die Gewinnung von Primäraluminium aus Bauxit benötigt wird!
Da Aluminium zu fast 100% recycelt werden kann, sehen wir es als Urban Mine – eine nahezu unendliche Quelle für das vielseitig einsetzbare Metall, das nicht nur für Verpackungen geeignet ist, sondern aufgrund seiner Eigenschaften wie Korrosionsbeständigkeit, geringes Gewicht und extrem gute Leitfähigkeit auch im Leichtbau und der Halbleiterindustrie als wertvoller Rohstoff gilt.
Abfall ≠ Abfall – wie aus Verpackung eine Karosserie werden kann
Noch immer fühlt es sich oft wie ein Kampf an, den Wert von Sekundärrohstoffen aus dem Recyclingbetrieb gegenüber Produzierenden oder der Politik verständlich zu machen. Daher war es uns ein besonderes Anliegen auf der Fachtagung, den Anwesenden nicht nur den Wert von recycelten Aluminium für ihre Produkte zu zeigen, sondern auch unsere einzigartige Technologie aufzuzeigen. Mit unserer selbst entwickelten Pyrolyseanlage ist es uns möglich, den stark verschmutzten Aluminium-„Abfall“ aus dem Gelben Sack energieeffizient und auch umweltschonend aufzubereiten. Unsere Rückgewinnungsquote eines sauberen Aluminiums liegt bei bis zu 90%. Damit liegen wir 30% über dem (globalen) Durchschnitt. Unser innovatives Geschäftsmodell ermöglicht Partnern so nicht nur den Zugriff auf sauberes Aluminium, sondern trägt auch aktiv zum Klimaschutz und den Zielen des Green Deals bei – mit Zukunftsperspektive.
Aluminiumrecycling – Was wir anders machen
Im klassischen Recycling wird das Material geschreddert und danach mit Magneten das Eisen aussortiert (das machen wir auch so). Anschließen wird das Aluminium per Wirbelstromabscheider (Eddy-Current) herausgeschossen. Allerdings funktioniert das Eddy-Current-Verfahren nicht bei extrem dünnen Aluminiumschichten, die z. B. mit einer Kunststofffolie verbunden sind. Und wirft man diesen Verbund in einen klassischen Schmelzofen, dann verbrennt das hauchdünne Aluminium durch Oxidation quasi sofort. Übrig bleibt Aluminiumkrätze oder Schlacke – die Ausbeute an reinem Aluminium ist minimal.
Um diese Problematik, die besonders in der Verpackungsindustrie relevant ist, zu lösen, haben wir unser thermisches Verfahren, die Pyrolyse, optimiert. In einem geschlossenen Reaktor erhitzen wir den Abfall auf 500 Grad Celsius. Und das unter Ausschluss von Sauerstoff – so kann das Material nicht (ver-)brennen. Stattdessen wird das Material thermisch zersetzt – organische Anhaftungen entgasen und dieses Pyrolysegas führen wir zurück in unseren Energiekreislauf und nutzen es wieder zur Betreibung unserer Anlagen. Am Ende des Prozesses bleibt reines, legierungstreues Aluminium zurück, da es erst bei 660° schmelzen würde. Nun erst geht es in den Schmelzofen.
Und noch etwas gehört zum Standard von PreZero Pyral, um nicht nur sortenreines Aluminium zurück zu gewinnen, sondern auch weitere wertvolle Materialien in den Kreislauf zurück zu führen: Dafür nutzen wir KI-gesteuerte High-Tech-Vorsortierung, Sort-Eye und LIBS.
Wettbewerb: Bedeutung für Klimabilanz und Effizienz
Aluminium ist ein wertvoller Rohstoff, nicht nur für Verpackungen und den Leicht- und Karosserie-Bau. Der größte Einsatzbereich ist der Transport- und Bausektor mit je 25%. Danach folgt die Verpackungsindustrie mit 17%. Und der Rest verteilt sich auf den Elektrobereich mit 12%, Maschinenbau mit 10% sowie langlebige Konsumgüter und Sonstiges.
Die Rückgewinnungsquote von Aluminium ist jedoch je nach Bereich sehr unterschiedlich – im Automobilsektor z. b. 90 – 95%, in der Verpackungsindustrie in Europa lediglich bei 60 – 65 %. Hier sehen wir unsere große Chance – deswegen investiert PreZero Pyral so stark in den Bereich des Verpackungsrecyclings, weil wir auch hier Recyclingquoten von bis zu 90% erreichen können. Und mit Blick auf den Green Deal ist das ein zukunftsorientiertes Ziel.
Unser Blick auf die Kreislaufwirtschaft:
Wahre Kreislaufwirtschaft bedeutet für uns ein radikales Umdenken: Wir bringen eine spezifische Legierung wieder exakt in dieselbe Legierung zurück und vermeiden branchenübergreifendes Downcycling. Im Verpackungsbereich leben wir das bereits vor: Wir fokussieren uns darauf, Aluminiumverpackungen aus dem Gelben Sack zu retten und wieder nutzbar zu machen. Ein perfektes Beispiel hierfür ist unsere ‚real PCR aerosol can‘. Gemeinsam mit starken Partnern haben wir diesen Kreislauf geschlossen: Verbraucher entsorgen die Verpackung im Hausmüll, wir sortieren und verarbeiten sie in unserer Pyrolyse zu sauberem ‚real PCR‘-Material, aus dem schließlich wieder brandneue Aerosoldosen entstehen. Der Kreislauf beginnt von vorn – ohne Abhängigkeiten von externen Primärquellen und ohne Downcycling in andere Sektoren.
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